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Überblick über die internationalen DüngemittelmärkteVeränderungen der globalen Angebots- und Nachfragestrukturen bei gleichzeitiger Anpassung von Exporten und Verbrauch

I. Russland: Hafenausbau soll den Export von Mineraldüngern um 8–12 % steigern

Mit dem Abschluss der Erweiterung des Terminals Port Favor im russischen Hafen Ust-Luga wird erwartet, dass Russlands Exportkapazität für Mineraldünger um 8–12 % steigt. Der Terminal steht allen Düngemittelproduzenten offen und bietet gegenüber nicht spezialisierten Häfen einen klaren Vorteil in der Umschlagseffizienz. Derzeit verfügt Russland weiterhin nur über begrenzte spezialisierte Hafeninfrastruktur für Mineraldünger.


Aktuell liegt der Schwerpunkt des Terminals auf dem Umschlag von Ammoniak. Bis Ende 2025 soll das Ammoniak-Umschlagsvolumen 560.000 Tonnen erreichen, was einem Anstieg von 12 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die ersten Düngemittellieferungen sind für den Sommer 2026 geplant.


Infrastrukturell kann der Terminal gleichzeitig drei Massengutfrachter mit einer Tragfähigkeit von 5.000 bis 114.000 Tonnen abfertigen. Die einmalige Ladeleistung der drei Liegeplätze übersteigt 200.000 Tonnen. Nach vollständiger Inbetriebnahme wird in der ersten Phase eine jährliche Umschlagskapazität von 7–8 Millionen Tonnen erwartet, die 2026 auf bis zu 14 Millionen Tonnen steigen könnte. Damit wird eine solide logistische Grundlage für den Ausbau der russischen Düngemittelexporte geschaffen.


II. Brasilien: Düngemittelimporte erreichen Rekordniveau – China mit 26,1 % Marktanteil und 37 % Wachstum

(1) Gesamtimporte und Verbrauchsstruktur


Die brasilianischen Düngemittelimporte erreichten 2025 mit 45,5 Millionen Tonnen ein historisches Rekordniveau. Gegenüber 44,28 Millionen Tonnen im Jahr 2024 entspricht dies einem Anstieg von 2,68 %. Haupttreiber war die Ausdehnung der Anbauflächen und Ertragssteigerungsstrategie für die Saison 2025/2026, wobei die Bundesstaaten Mato Grosso, Paraná und São Paulo weiterhin die wichtigsten Verbrauchszentren darstellen, eng gekoppelt an hohe Soja- und Maiserträge.


(2) Differenzierung nach Herkunftsländern


Die Herkunft der brasilianischen Düngemittelimporte ist weiterhin relativ konzentriert. Die Russische Föderation belegte mit einem Anteil von 32,2 % den ersten Platz, gefolgt von China mit 26,1 %, Kanada (10,1 %), den USA (7,1 %) und Marokko (6,4 %).


In Bezug auf das Importwachstum stiegen die Düngemittellieferungen aus China im Jahr 2025 um 37 %, während die Importe aus Russland um 3,3 % zunahmen. Dagegen gingen die Importe aus den USA deutlich um 18,7 % zurück, was auf eine fortlaufende Optimierung der Importstruktur hindeutet.


(3) Hafenstruktur und Substitutionstrends


Auf Hafenseite blieb der Hafen Paranaguá Brasiliens größter Importhafen für Düngemittel mit einem Umschlag von 10,89 Millionen Tonnen im Jahr 2025. Trotz eines leichten Rückgangs von 1,36 % gegenüber dem Vorjahr entfiel weiterhin nahezu ein Viertel der gesamten nationalen Importe auf diesen Hafen.


Die Importe über die Nordbogen-Häfen stiegen von 7,5 Millionen Tonnen auf 8,27 Millionen Tonnen, was auf eine zunehmende Diversifizierung der Importwege hinweist. Der Hafen Santos verzeichnete dagegen einen Umschlag von 8,42 Millionen Tonnen, ein Rückgang von 5,18 % gegenüber dem Vorjahr, was einen Marktanteilsverlust widerspiegelt.


Auf der Verbrauchsseite zeigen sich deutliche kostengetriebene Substitutionseffekte. Aufgrund ungünstiger Getreide-Düngemittel-Preisrelationen ersetzen brasilianische Landwirte zunehmend Harnstoff durch Ammoniumsulfat, nicht nur wegen der kombinierten Stickstoff- und Schwefelversorgung, sondern auch aufgrund der reichlichen und vergleichsweise preisgünstigen Lieferungen aus China. Gleichzeitig werden niedrig konzentrierte Phosphate wie NP-Dünger, Einfachsuperphosphat (SSP) und Triplesuperphosphat (TSP) verstärkt als Ersatz für teureres Monoammoniumphosphat (MAP) eingesetzt.


Für 2026 wird erwartet, dass chinesisches Ammoniumsulfat weiterhin die wichtigste Stickstoffquelle Brasiliens bleibt. Im Phosphatsegment dürfte Brasilien stärker auf Importe von MAP und TSP angewiesen sein, während die Versorgung mit SSP durch steigende Schwefelpreise unter Druck geraten könnte.


III. Indien: Düngemittelabsatz von April bis Dezember um 3,8 % gestiegen – Harnstoffimporte +85,3 %

Nach vorläufigen Daten der Fertiliser Association of India (FAI) erreichte der indische Düngemittelabsatz im Zeitraum April bis Dezember 2025 31,16 Millionen Tonnen, was einem Anstieg von 3,8 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieses Wachstum wurde vor allem durch eine deutliche Ausweitung der Importe getragen, während die inländische Produktion leicht zurückging.


Nach Produktkategorien:


  • Harnstoff: Absatz 31,16 Millionen Tonnen; inländische Produktion 22,44 Millionen Tonnen; Importe stiegen um 85,3 % auf 8,0 Millionen Tonnen.


  • NP- und NPK-Dünger (ohne DAP): Produktion +13,1 % auf 9,27 Millionen Tonnen; Importe +121,8 % auf 3,29 Millionen Tonnen; Absatz stabil bei 11,74 Millionen Tonnen.


  • Diammoniumphosphat (DAP): Produktion −3,9 % auf 3,03 Millionen Tonnen; Importe +45,7 % auf 5,95 Millionen Tonnen; Absatz 8,0 Millionen Tonnen, leicht rückläufig.


  • Kalidünger: Absatz +5,3 % auf 1,77 Millionen Tonnen; Importe −22,4 % auf 2,14 Millionen Tonnen.


  • Einfachsuperphosphat (SSP): Produktion +10,3 % auf 4,43 Millionen Tonnen; Absatz +13,1 % auf 4,71 Millionen Tonnen.


FAI-Vertreter erklärten, die Daten zeigten die Fähigkeit der Branche, die Nährstoffversorgung durch eine Kombination aus inländischer Produktion und gezielten Importen sicherzustellen. Gleichzeitig spiegelten die Veränderungen der Nährstoffstruktur einen schrittweisen Übergang zu ausgewogeneren Düngestrategien wider.


IV. Vietnam: Mehrere positive Faktoren – moderates Gewinnwachstum bei Harnstoff für 2026 erwartet

Mehrere Institutionen prognostizieren für vietnamesische Düngemittelhersteller ein moderates Gewinnwachstum im Jahr 2026, getragen von stabilen Harnstoffpreisen, sinkenden Ölpreisen und steuerlichen Anpassungen, die die Kostenstruktur verbessern.


Laut SSI sollen die Harnstoffpreise 2026 in etwa auf dem Niveau von 2025 bleiben. Im Jahr 2025 stiegen die Harnstoffpreise um 17 % gegenüber dem Vorjahr, bedingt durch höhere Gaspreise in Europa, Lieferunterbrechungen im Nahen Osten sowie Exportbeschränkungen Chinas im ersten Halbjahr. Ab dem dritten Quartal ließ der Preisdruck mit fallenden Gaspreisen nach.


Auf der Kostenseite werden die Brent-Rohölpreise für 2026 auf 55–65 USD pro Barrel geschätzt, was einem Rückgang von 6–20 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Steuerlich wurde die Mehrwertsteuer auf Düngemittel ab Juli 2025 auf 5 % angepasst, wodurch Unternehmen Vorsteuer geltend machen können. PetroVietnam Fertilizer und Ca Mau Fertilizer sollen dadurch Einsparungen von rund 400 Mrd. VND bzw. 200 Mrd. VND erzielen, was 60 % bzw. 13 % des Vorsteuergewinns 2024 entspricht.


MBS erwartet für 2026 einen Anstieg des vietnamesischen Düngemittelverbrauchs um 2 % auf 10,7 Millionen Tonnen. Die Harnstoffexporte sollen bei 1,8 Millionen Tonnen bleiben und 14,3 % der Inlandsproduktion ausmachen. Unternehmen mit diversifizierten Produktportfolios gelten als stabiler, während reine Harnstoffproduzenten stärker von Gaspreisschwankungen abhängig bleiben.

V. Pakistan: Divergierende Nachfrage im vierten Quartal – Harnstoffverbrauch +26 %

Trotz durch Überschwemmungen beeinträchtigter landwirtschaftlicher Aktivitäten zeigte der pakistanische Düngemittelverbrauch im vierten Quartal 2025 eine strukturelle Zunahme. Laut NFDC-Daten erreichte der Harnstoffabsatz 2,5 Millionen Tonnen, ein Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr und 36 % gegenüber dem Vorquartal, gegenüber 2,0 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres.


Demgegenüber sank der Absatz von DAP auf 543.000 Tonnen, was einem Rückgang von 21 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (Vorjahr: 690.000 Tonnen).


Branchenanalysen zufolge wurde das Wachstum durch höhere Düngungsintensität und Anpassungen der Anbaustruktur getragen, nicht durch eine Ausweitung der Anbauflächen. Trotz höherer Preise stieg der Verbrauch weiter, unterstützt durch staatliche Maßnahmen zur Stabilisierung der Nachfrage. Der starke Anstieg der Harnstoffnachfrage steht zudem in engem Zusammenhang mit der Rabi-Saison und vorgezogenen Käufen der Händler vor Rabattaktionen.


VI. Ägypten: Chemie- und Düngemittelexporte übersteigen 9,4 Mrd. USD im Jahr 2025 – Plus 7,4 %

Im Jahr 2025 erreichten Ägyptens Exporte von Chemikalien und Düngemitteln 9,43 Mrd. USD, was einem Anstieg von 7,4 % gegenüber dem Vorjahr entspricht (2024: 8,78 Mrd. USD), ein absoluter Zuwachs von 650 Mio. USD.


Das Wachstum wurde vor allem durch eine höhere Nachfrage nach Düngemitteln, Basischemikalien und chemischen Zwischenprodukten getragen und festigte die Bedeutung des Sektors als tragende Säule der nicht-ölbezogenen Exporte Ägyptens.


Nach Zielländern lag Italien mit 1,284 Mrd. USD an erster Stelle, gefolgt von der Türkei (1,103 Mrd. USD) und Brasilien (652 Mio. USD). Saudi-Arabien, Frankreich und Spanien zählten ebenfalls zu den wichtigsten Absatzmärkten. Die Exporte in die zehn größten Importländer beliefen sich auf 5,62 Mrd. USD und machten damit nahezu 60 % der gesamten Branchenexporte aus.


Der ägyptische Exportausschuss für Chemikalien und Düngemittel erklärte, dass das Wachstum durch Marktdiversifizierung und verbesserte Wettbewerbsfähigkeit unterstützt wurde. Für 2026 sollen neue Märkte in Asien, Afrika und Lateinamerika erschlossen, kleine und mittlere Unternehmen stärker in den Export eingebunden und Maßnahmen zur grünen Transformation vorangetrieben werden, um den Beitrag des Sektors weiter auszubauen.


Hinweis: Die obigen Informationen dienen nur als kommerzielle Referenz aufgrund der Vielfalt der gesammelten Informationen, und Kelewell ist nicht für die Authentizität der Daten verantwortlich.



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