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Update zum chinesischen Düngemittelmarkt: Kaliumknappheit und Phosphatstabilität

I. Kalimarkt: Mengenrückgang bei steigenden Preisen – strategische Zurückhaltung vor der Frühjahrssaison, angespannte Marktverfügbarkeit als neues Normal

Der chinesische Inlandsmarkt für Kalidünger zeigt derzeit ein ungewöhnliches Bild aus sinkenden Handelsvolumina bei gleichzeitig steigenden Preisen. Trotz anhaltender Marktspekulationen über politische Koordination durch langfristige Lieferverträge und Direktbelieferungsprogramme bleibt das frei verfügbare Marktangebot weiterhin knapp. Vor dem Hintergrund begrenzter Mengen sind die Preise moderat gestiegen. Der Markt befindet sich damit in einer Phase eines ruhigen, aber tiefgehenden Kräftegleichgewichts.


Im Zentrum der Diskussion steht die Frage, ob sich die derzeitige Preisakkumulation vor dem Frühlingsbeginn nach den Feiertagen in eine stärkere Aufwärtsbewegung umwandeln kann, sobald sich die Nachfrage im Zuge der Frühjahrsbestellung konzentriert freisetzt.


Diese strukturelle Spannung resultiert aus dem Zusammenwirken von drei wesentlichen Faktoren:

Erstens wirkt der saisonale Nachfrageabschwung deutlich. Mit dem näher rückenden chinesischen Neujahrsfest sinken die Auslastungsraten der nachgelagerten Mehrnährstoffdüngerwerke kontinuierlich. Einige Anlagen sind bereits vorzeitig in Wartungsphasen eingetreten, wodurch die kurzfristige Nachfrage nach Kalidünger spürbar nachgelassen hat.


Zweitens verschärft sich die strukturelle Angebotsknappheit. Der Januar gilt traditionell als Wartungsperiode für Kaliumchlorid-Anlagen, wodurch die inländische Kaliproduktion auf ihr Jahrestief fällt. Die monatliche Produktion wird auf rund 400.000 Tonnen geschätzt. Hersteller beliefern überwiegend direkt die Mehrnährstoffindustrie, was die frei verfügbaren Marktvolumina erheblich reduziert. Kleine und mittlere Händler verfügen kaum über Ware. Zusätzlich beeinträchtigen winterliche Witterungsbedingungen die Logistikeffizienz, was zu regional ausgeprägten Engpässen führt.


Drittens bleibt das Importangebot instabil. Die Mengen aus dem Grenzhandel liegen unter den Erwartungen. Gleichzeitig wirken Schwankungen auf dem internationalen Kalimarkt, maritime Logistikengpässe sowie exportpolitische Anpassungen wichtiger Förderländer belastend. Zwar treffen vereinzelt Lieferungen per China–Europa-Güterzug oder über Seehäfen ein, doch das verbreitete „Fast-in–Fast-out“-Vorausverkaufsmodell verhindert eine nachhaltige Auffüllung der Hafenbestände. Die Marktverfügbarkeit bleibt entsprechend angespannt.


Ein zentrales Merkmal des aktuellen Kalimarktes ist die Koexistenz eines zweigleisigen Preissystems aus offiziellen Leitpreisen und marktbasierten Handelspreisen. Niedrigpreisige Mengen sind größtenteils über Direktbelieferung gebunden, während der Spotmarkt von Knappheit und hoher Konzentration bei großen Handelsunternehmen und Produzenten geprägt ist. Die Selbstregulierungsfähigkeit des Marktes ist eingeschränkt. Unternehmen ohne Zugang zu Direktkontingenten sehen sich mit hohen und stark differenzierten Marktpreisen konfrontiert.


Auf der Nachfrageseite zeigt sich eine strukturelle Differenzierung. Mehrnährstoffdüngerhersteller – die Hauptabnehmer von Kalidünger – haben ihre Beschaffung infolge der saisonalen Ruhephase und der Feiertage reduziert. Große Unternehmen sichern ihre Produktion jedoch weiterhin über Direktlieferungen ab. Kleinere Händler leiden unter begrenzten Zuteilungen, was die Marktfragmentierung verstärkt. Gleichzeitig sorgt die Rohstoffnachfrage bestimmter Chemieindustrien für eine Preisunterstützung nach unten, wodurch starke Preisrückgänge verhindert werden. Die anhaltend hohen Preisniveaus haben zudem die Akzeptanz bei Landwirten allmählich erhöht, während industrielle Käufer vorsichtig bleiben. Liquiditätsdruck auf Händlerseite dämpft die Zahlungsbereitschaft. Mehrnährstoffhersteller verfolgen überwiegend eine Strategie der Preisstabilität bei Mengensicherung, was insgesamt zu einem ruhigen Handelsumfeld führt.


Die anhaltende Marktanspannung ist im Kern auf begrenzte Ressourcenverfügbarkeit und strukturelle Angebotsrestriktionen zurückzuführen. Chinas Kalivorräte machen lediglich rund 4 % der weltweiten Reserven aus und bestehen überwiegend aus schwer erschließbaren Solelagerstätten, was die Kapazitätserweiterung limitiert. Die Importabhängigkeit liegt bei über 60 %. Lieferunsicherheiten aus Russland, Belarus und Kanada sowie Risiken im Zusammenhang mit der Schifffahrt im Roten Meer erhöhen die Volatilität zusätzlich. Chinesische Auslandsprojekte in Laos haben bislang noch keine stabile Versorgung aufgebaut. Infolgedessen werden rund 70–80 % des Marktangebots von Großhändlern kontrolliert, während kleinere Marktteilnehmer chronisch unterversorgt sind. Seit 2025 liegen die Hafenbestände dauerhaft unterhalb der Sicherheitsgrenze, sodass eine kurzfristige Entspannung unwahrscheinlich erscheint.


Kurzfristig wird der chinesische Kalimarkt voraussichtlich weiterhin von einem Spannungsverhältnis zwischen knappem Angebot und nachlassender Nachfrage geprägt sein. Politische Stabilisierungselemente bestehen parallel zur physischen Knappheit fort. Das zweigleisige Preissystem bleibt bestehen. Während die Preise im Direktvertrieb stabil bleiben, dürften die Marktpreise fest tendieren. Bis zum Start der Frühjahrssaison ist mit einer hochpreisigen Seitwärtsbewegung in enger Bandbreite zu rechnen. Historisch gelten die Monate Januar bis März als entscheidende Phase der Preisbildung. Nach den Feiertagen dürfte der Beginn der Frühjahrsbestellung die Auslastung der Mehrnährstoffwerke erhöhen und die Kalinachfrage konzentriert freisetzen. Gleichzeitig könnten politische Preisstabilisierungsmaßnahmen extreme Ausschläge begrenzen, während die anhaltende Marktknappheit die Preissensitivität erhöht. Entscheidend bleiben die Beobachtung der Importankünfte, der Produktionsauslastung der Mehrnährstoffindustrie sowie der Intensität regulatorischer Eingriffe.


II. Phosphatdüngermarkt (30. Januar – 5. Februar 2026): Differenzierte Rohstoffentwicklung, stabile Produktpreise, ruhiger Handel vor den Feiertagen

In der vergangenen Woche zeigte der chinesische Phosphatdüngermarkt insgesamt ein Bild aus uneinheitlichen Rohstofftrends, stabilen Endproduktpreisen und verhaltenem Handelsvolumen. Bedingt durch das bevorstehende Neujahrsfest, schwankende Rohstoffkosten und eine vorsichtige Beschaffungsstrategie der Abnehmer kam es zu keinen nennenswerten Marktbewegungen. Der Fokus lag auf der Rohstoffverhandlung und der Abarbeitung bestehender Aufträge.


(1) Rohstoffmärkte:


1. Phosphatgestein


Der Markt blieb insgesamt stabil. In den wichtigsten Förderregionen im Norden und Süden Chinas wurden keine Preisänderungen verzeichnet. Die Produzenten konzentrierten sich auf die Auslieferung bestehender Verträge. Nachgelagerte Abnehmer füllten ihre Lager bedarfsgerecht auf, ohne größere Einkaufswellen.


Dieses Muster dürfte sich bis zu den Feiertagen fortsetzen. Regional zeigte sich eine klare Differenzierung: In Hubei ruhten die meisten Minen, der Südwesten fokussierte sich auf den Versand, während im Norden die Vertragserfüllung im Vordergrund stand.


Phosphatdüngerproduzenten arbeiteten stabil und produzierten vor allem für die Winterbevorratung und die Frühjahrsbestellung. Unterstützt durch die Nachfrage der Produzenten gereinigter Phosphorsäure blieben die Preise für Konzentrat fest. Auf der Importseite zeigte der internationale Markt wenig Veränderung; chinesische Hauptimporteure – vor allem im Süden und im Jangtsegebiet – agierten strikt bedarfsorientiert.


2. Schwefel


Die Schwefelpreise schwankten in breiter Spanne mit leicht abwärtsgerichteter Tendenz. Die Transaktionspreise entlang des Jangtse lagen bei rund 4.130 RMB/Tonne.


Die Schwefelbestände in chinesischen Häfen beliefen sich auf 1,82 Mio. Tonnen, leicht rückläufig gegenüber der Vorwoche. Die Marktstimmung war volatil: Ein starker Rückgang im elektronischen Handel zu Wochenbeginn löste Verunsicherung aus, bevor eine Erholung zur Wochenmitte die Stimmung wieder stabilisierte. Käufer und Verkäufer beurteilen den Markt weiterhin unterschiedlich.


Im Spotmarkt zeigten sich solide Abschlüsse an den Jangtse-Häfen. Mit dem schrittweisen Abbau negativer Faktoren nahm die Preissenkungsbereitschaft der Anbieter ab, und die Preise zogen erneut an. International blieben die verhandelten Richtpreise stabil, wenngleich die Entspannung der US-Iran-Beziehungen die Bereitschaft zu aggressiven Nachkäufen dämpfte.


3. Schwefelsäure


Der Schwefelsäuremarkt entwickelte sich insgesamt stabil bis fest, mit deutlichen regionalen Unterschieden. In Zentralchina und Guangxi führten Angebotsverknappung und hohe Rohstoffkosten zu steigenden Verhandlungspreisen. In Hubei lagen die Lagerbestände der führenden Produzenten niedrig, was in Verbindung mit stabiler Nachfrage die Preise stützte. In Guangxi sorgten steigende Pyritpreise für zusätzlichen Aufwärtsdruck.


Auch die Nachfrageseite war differenziert: Während die Phosphatdüngerindustrie durch die Frühjahrsnachfrage stark unterstützt wurde und die Nachfrage aus dem Neuen-Energie-Sektor weiter zunahm, gingen die Auslastungsraten in Branchen wie Titandioxid zurück. Vor den Feiertagen agierten Marktteilnehmer zunehmend vorsichtig und beschränkten sich auf Bedarfsbeschaffung.


Trotz einer leichten Abschwächung der Kostenstützung infolge der Schwefelpreiskorrektur blieben die Angebotsnotierungen fest. Kurzfristig ist vor den Feiertagen mit überwiegend stabilen Preisen bei regionalen Schwankungen zu rechnen. Der Einfluss der Feiertagslogistik auf die Marktverfügbarkeit sollte genau beobachtet werden.


4. Synthetisches Ammoniak


Der Ammoniakmarkt setzte seinen Abwärtstrend fort.


Die Preise gaben in der vergangenen Woche um 20–130 RMB/Tonne nach. Auf der Angebotsseite nahmen zuvor gewartete Anlagen in Nord- und Ostchina den Betrieb wieder auf. Gasbasierte Anlagen im Südwesten dürften folgen, sodass das Gesamtangebot ausreichend ist und weiter steigt.


Nur vereinzelte Wartungen führten zu temporären Engpässen. Auf der Nachfrageseite hat die Frühjahrsbestellung noch nicht vollständig eingesetzt. Mehrnährstoff- und Phosphatdüngerhersteller beschränkten ihre Käufe auf Mindestmengen. Industrielle Abnehmer wie Caprolactam- und Acrylnitrilhersteller arbeiteten aufgrund von Verlusten mit niedriger Auslastung.


Die Kaufzurückhaltung verstärkte sich vor den Feiertagen. Auf der Kostenseite boten niedrige Kohlepreise und stabile Erdgaspreise nur begrenzte Unterstützung. Da gasbasierte Kapazitäten einen geringen Anteil ausmachen, bleibt der Markteinfluss begrenzt. Vor den Feiertagen sind keine Erholungsimpulse erkennbar; der Markt dürfte schwach und seitwärts bleiben, mit ausgeprägten regionalen Preisunterschieden.


(2) Phosphat- und Mehrnährstoffdüngermarkt: Stabile Preise, Auftragsfokus, geringer Handel


Der Markt für fertige Phosphatdünger blieb in der vergangenen Woche insgesamt stabil. Die Produzenten konzentrierten sich vor allem auf die Abarbeitung bestehender Lieferverpflichtungen, während neue Abschlüsse begrenzt blieben. Auf der Kostenseite hielten die stark schwankenden Schwefelpreise die externen Rohstoffkosten auf hohem Niveau und stützten die Endproduktpreise. Preissenkungen standen nicht zur Debatte.


Auf der Nachfrageseite agierten Händler und Endanwender vor den Feiertagen vorsichtig und konzentrierten sich auf den Abbau vorhandener Bestände. Neue Käufe erfolgten nur in begrenztem Umfang zur Deckung des Mindestbedarfs. Die Winterbevorratung blieb insgesamt leicht unter dem historischen Durchschnitt, und das Marktumfeld blieb ruhig. Dieses stabile Muster dürfte sich bis zum Jahreswechsel fortsetzen.


III. Gesamtfazit

Der aktuelle Kalimarkt ist im Kern von strategischer Zurückhaltung und Preisakkumulation geprägt. Sinkende Handelsmengen, steigende Preise, ein zweigleisiges Preissystem sowie anhaltende Marktknappheit sind die dominierenden Merkmale. Kurzfristig ist mit einer hochpreisigen Seitwärtsbewegung zu rechnen, während langfristig strukturelle Ressourcenknappheit und die Frühjahrsnachfrage eine starke Unterstützung bieten. Eine Nachfragebelebung nach den Feiertagen könnte die Preisvolatilität erhöhen.


Der Phosphatdüngermarkt zeigt dagegen ein Bild aus uneinheitlichen Rohstofftrends und stabilen Endproduktpreisen. Während sich die Rohstoffmärkte zuletzt unterschiedlich entwickelten, blieben die Produktpreise kostenbedingt stabil. Das Handelsvolumen war vor den Feiertagen gering, und die Winterbevorratung fiel schwächer aus als üblich. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die Freisetzung der Frühjahrsnachfrage sowie die Normalisierung der Logistik nach den Feiertagen sein. Insgesamt dominieren in beiden Märkten vor dem chinesischen Neujahr stabile Marktbedingungen, wobei der Beginn der Frühjahrsbestellung den zentralen Impuls für die nächste Marktphase darstellen dürfte.


Hinweis: Die obigen Informationen dienen nur als kommerzielle Referenz aufgrund der Vielfalt der gesammelten Informationen, und Kelewell ist nicht für die Authentizität der Daten verantwortlich.




 
 
 

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