Marktbericht für Anfang November 2025: Kalidünger führt die Aufwärtsbewegung an – Rohstoffkosten steigen, Nachfrage gerät unter Druck
- Fernando Chen

- 17. Nov. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Im November 2025 zeigte sich der chinesische Düngemittelmarkt deutlich rohstoffgetrieben. Getrieben durch eine angespannte Versorgungslage setzte der Kalimarkt seinen Aufwärtstrend fort und bildete ein „hohes Preisniveau im Norden, niedriger im Süden“ aus. Gleichzeitig führten stark anziehende Preise für Schwefel, Schwefelsäure und weitere Rohstoffe zu einem deutlichen Anstieg der Produktionskosten für Phosphat- und Mehrnährstoffdünger, was eine Anhebung der Branchenrichtpreise auslöste.
Der nachgelagerte Markt befindet sich jedoch bereits in einer saisonalen Nachfrageschwäche, wodurch die Akzeptanz für hohe Preise zunehmend sinkt. Insgesamt befindet sich der Markt in einem intensiven Spannungsfeld zwischen kostengetriebenen Preisanstiegen und nachfrageseitiger Zurückhaltung.
I. Kalidüngermarkt: Enges Angebot stützt Preisauftrieb – regionale Divergenzen verstärken sich
Zu Monatsbeginn setzte der chinesische Kalidüngermarkt seine starke Aufwärtsbewegung fort. Knapp verfügbare Waren blieben das zentrale Marktthema. Sowohl Kaliumchlorid (MOP) als auch Kaliumsulfat (SOP) verzeichneten Preissteigerungen, wodurch sich regionale Preisunterschiede weiter ausweiteten.
1. Kaliumchlorid (MOP): Angebotskonzentration treibt Preise – Norden führt den Anstieg an
Der MOP-Markt ist geprägt durch eine Angebotsdominanz großer Händler sowie begrenzte Umlaufmengen. Die über den Grenzhandel eintreffenden Mengen konzentrieren sich stark auf wenige große Importeure, wodurch frei verfügbare Waren sehr knapp sind. Händler halten die Preise hoch, und Transaktionen erfolgen überwiegend auf Einzelverhandlungsbasis bei minimalem Verhandlungsspielraum.
Im Norden ist die Zurückhaltung beim Verkauf besonders ausgeprägt. Händler zeigen eine starke Preisstützungsbereitschaft, wodurch hohe Angebote zum Marktnormalfall geworden sind. Auch in den Häfen trifft zwar Ware ein, diese befindet sich jedoch ebenfalls überwiegend in den Händen großer Händler – das verfügbare Spot-Angebot bleibt eingeschränkt.
OnAuf der Importseite verstärkt sich die Markunterstützung weiter. Die jüngsten MOP-Einfuhren fallen gering aus, und die Hafenbestände sinken weiter leicht. In der nordöstlichen Hauptgetreideregion steigt die Nachfrage nach grobkörnigem MOP deutlich an, was die Preise dort stärker steigen lässt als in anderen Regionen.
Grenzhandel und China-Europa-Bahn bringen zusätzliche Mengen auf den Markt, doch große Teile dieser Lieferungen werden eingelagert anstatt in den Umlauf gebracht. Dies bedeutet, dass trotz neuer Ankünfte die tatsächlich verfügbare Spotmenge kaum steigt.
In Kombination mit hohen internationalen Preisen und längeren Lieferzyklen bleibt der Aufwärtsdruck bestehen.
2. Kaliumsulfat (SOP): Doppelter Kostendruck – flächendeckende Preissteigerungen
Der SOP-Markt verzeichnete aufgrund der stark steigenden Rohstoffpreise umfassende Preisaufschläge.
Mannheim-Produzenten stehen unter doppeltem Kostendruck durch:
steigende MOP-Preise
stark anziehende Schwefelsäurepreise
Die Produktionskosten erhöhten sich sprunghaft, und die Herstellerpreise stiegen entsprechend deutlich. Obwohl regionale Unterschiede bestehen, lagen die allgemeinen Steigerungsraten bei über 10 %.
Auch rohstoffbasierte SOP-Hersteller erhöhten ihre Preise im Gleichschritt mit dem allgemeinen Markttrend. Transaktionen erfolgen meist per Einzelverhandlung, während die Kostensteigerungen die Düngerpreise für Endanwender weiter nach oben treiben.
3. Marktstruktur: „Norden hoch – Süden niedrig“ verfestigt sich, Nachfrage bleibt schwach
Der Kalimarkt zeigt nun klar die Struktur „hohe Preise im Norden, niedrigere im Süden“:
Nordchina: Winterlageraufbau + knappe Ware = starke Preisstützung
Südchina: stabilere Ankünfte = langsamere, aber dennoch spürbare Preissteigerungen
Das hohe Preisniveau hemmt jedoch die Nachfrage. Neue Abschlüsse gehen deutlich zurück, und der Markt konzentriert sich auf kleine, dringend benötigte Nachkäufe. Die nachgelagerte Preisakzeptanz sinkt kontinuierlich, was den Nachfrageverlauf deutlich schwächt.
II. Rohstoffmärkte: Schwefel führt den Anstieg an – mehrere Produkte klettern deutlich
Im November zeigte der Rohstoffmarkt ein Bild von „Schwefel führt, Schwefelsäure folgt, Phosphatgestein zeigt Divergenzen“. Angebotsrückgang und steigende Nachfrage bildeten einen klaren Preistreiber für die meisten Rohstoffe und erhöhten die Kostenbasis für die Düngemittelindustrie spürbar.
1. Schwefel: Enge Versorgungslage bleibt – Preise halten sich auf hohem Niveau
Die Schwefelbestände in chinesischen Häfen verharrten bei rund 2,25 Mio. Tonnen, nahezu unverändert zur Vorwoche. Die November-Ankünfte fielen jedoch gering aus, sodass die Häfen weiter Bestände abbauen. Händler zeigen deutliche Verkaufsscheu, und die Preise konsolidieren auf hohem Niveau.
Raffinerien in Russland und Katar fahren die Produktion zurück
zeitweise Exportbeschränkungen für bestimmte Schwefelarten→ globale Verfügbarkeit sinkt weiter
Obwohl die jüngsten starken Preissteigerungen zu vorsichtigeren Einkäufen im Inland führen, hat sich am Kernproblem der Angebotsknappheit nichts geändert – die Preise bleiben tendenziell steigend oder stabil auf hohem Niveau.
2. Schwefelsäure: Kosten- und Angebotsdruck treiben Preise weiter nach oben
Schwefelsäurepreise setzten ihren Aufwärtstrend fort und stiegen landesweit um 20–60 RMB/Tonne.
In Hubei und Shandong hoben steigende Schwefelpreise die Produktionskosten an
Produzenten arbeiten überwiegend mit niedrigen Lagerbeständen → knappe Versorgung
Nordchina: +20–40 RMB/T
Südwest/Südchina: +30–40 RMB/T
Unter dem kombinierten Einfluss von Kostenanstieg und Angebotsverknappung bleibt weiteres Aufwärtspotenzial bestehen, während regionale Preisentwicklungen zunehmend von Transport- und Versorgungslage abhängen.
3. Phosphatgestein & Ammoniak: regionale Divergenz, teilweise festere Preise
Phosphatgestein zeigt eine „Südhoch–Nordtief“-Struktur:
Guizhou/Sichuan: deutliche Verkaufsscheu, feste Preise, begrenzte Abgabemengen
Hubei: einige Minen beenden wegen ausgeschöpfter Abbaulizenzen frühzeitig die Saison → Angebot sinkt
Hebei (Chengde): Stillstände in benachbarten Fabriken → Nachfrageeinbruch, Preise −20 RMB/T
Yunnan: Überschwemmungsbedingte Transporthemmnisse → leichte Angebotsknappheit
Ammoniakpreise erholten sich aufgrund besserer Nachfrage aus Phosphat- und Harnstoffproduktion. Niedrigpreisige Angebote haben weiterhin Aufwärtspotenzial, während die Abnehmer gegenüber hohen Preisen zurückhaltend bleiben. Insgesamt bleiben die Preise stabil, mit regionalen Differenzen durch Transportgrenzen.
III. Markt für Phosphat- und Mehrnährstoffdünger: Kosten treiben Richtpreise – saisonale Nachfrageschwäche hemmt Verkäufe
Durch den drastischen Anstieg der Schwefel- und Schwefelsäurepreise kletterten die Produktionskosten für Phosphatdünger deutlich. Die Branchenrichtpreise wurden um 200–300 RMB/Tonne angehoben.
Der tatsächliche Absatz zog jedoch nicht nach, da die Hauptverbrauchssaison vorbei ist und der Frühjahrsbedarf noch nicht begonnen hat. Viele Händler zeigen Zurückhaltung gegenüber hohen Preisen und kaufen nur in kleinen Mengen.
Um Kosten zu dämpfen, passen einige Hersteller ihre Produktionsprozesse an – etwa durch die Nutzung von Phosphatgestein geringerer Qualität oder durch Wechsel des Schwefelsäurelieferanten. Besonders DAP-Hersteller mit vollständigem Rohstoffzukauf stehen unter enormem Druck, da ihre Produktionskosten nahe an die Verkaufspreise rücken. Die Gewinnmargen der gesamten Branche werden dadurch stark eingeengt.
IV. Marktausblick: Hochpreisiger Patt-Zustand hält an – drei Schlüsselvariablen im Fokus
Kurzfristig dürfte der hochpreisige Patt-Zustand im chinesischen Düngemittelmarkt bestehen bleiben.
Kalisalzpreise dürften aufgrund knapper Grenzhandelsmengen und limitierter Importe hoch bleiben
SOP-Preise werden weiterhin durch hohe Rohstoffkosten gestützt
Schwefel- und Schwefelsäurepreise bleiben aufgrund globaler Angebotsengpässe tendenziell „leicht steigend bis stabil hoch“
Gleichzeitig muss die nachfragedämpfende Wirkung hoher Preise im Auge behalten werden. Die nachgelagerte Akzeptanz sinkt weiter, und wenn die Kaufbereitschaft noch stärker zurückgeht, könnten Preissteigerungen ausgebremst werden.
Drei Variablen bestimmen die weitere Marktentwicklung:
Mengen zukünftiger Grenzhandels- und China-Europa-Bahn-Lieferungen sowie Entwicklung der Hafenbestände im Kalibereich
Preisbewegungen auf dem internationalen Schwefel- und KCl-Markt und deren Übertragungswirkung auf China
Zeitpunkt und Intensität des Winterlagers sowie der Frühjahrsbeschaffung, die entscheidend sein werden, um die aktuelle Pattsituation zu durchbrechen
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