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Eisensulfat in der Pflege von Zier- und Blühpflanzen

Eisensulfat gehört zu den wichtigsten Pflegemitteln für Blumen- und Zierpflanzenliebhaber. Insbesondere bei immergrünen Blattpflanzen, die in warmen Regionen kultiviert werden, kann die sachgerechte Anwendung von Eisensulfat Bodenalkalisierung und Eisenmangel wirksam entgegenwirken und so ein gesundes Pflanzenwachstum fördern. Doch unter welchen Bedingungen benötigen Pflanzen Eisensulfat, und wie wird es korrekt angewendet?


Eisensulfat liegt als feines, kristallines Pulver vor und ist leicht wasserlöslich. Seine Hauptfunktionen bestehen in der Versorgung der Pflanzen mit Eisen sowie in der Regulierung des Boden-pH-Werts. Eisen ist ein essentielles Spurenelement für die Chlorophyllsynthese; ein Mangel führt zu Blattvergilbungen (Chlorosen). Gleichzeitig hilft der schwach saure Charakter von Eisensulfat, alkalische Böden zu verbessern und ein günstiges Wachstumsumfeld für säureliebende Pflanzen zu schaffen.


Nicht alle Zierpflanzen sind für die Anwendung von Eisensulfat geeignet. Es wird vor allem bei Pflanzen eingesetzt, die saure bis schwach saure Böden bevorzugen, wie z. B. Palmfarne (Cycadeen), Azaleen, Kamelien, Seidelbast, Grünlilien, Weihnachtssterne, Jasmin, Gardenien, Osmanthus, Michelien sowie andere Blüh- und Blattschmuckpflanzen. Besonders wirksam ist Eisensulfat zur Vorbeugung und Korrektur von Eisenmangelchlorosen infolge von Bodenalkalisierung. Zeigt eine Pflanze typische Symptome eines Eisenmangels, kann Eisensulfat auch als Sofortmaßnahme eingesetzt werden.


Typische Anzeichen eines Eisenmangels sind das Vergilben junger Blätter bei gleichzeitig grün bleibenden

Blattadern, was zu einer ausgeprägten interkostalen Chlorose führt. Mit fortschreitendem Mangel können die Blätter blass bis weiß werden und schließlich vertrocknen. Ältere Blätter vergilben in der Regel nicht zuerst – ein wichtiges Merkmal zur Abgrenzung gegenüber anderen Nährstoffmängeln.


In der täglichen Pflege wird Eisensulfat häufig nicht erst bei sichtbaren Mangelsymptomen eingesetzt, sondern vielmehr als Boden-pH-Regulator. Eine regelmäßige Anwendung trägt dazu bei, den Boden leicht sauer zu halten und Chlorosen vorzubeugen, insbesondere in nördlichen Regionen mit überwiegend alkalischen Böden.


Zentrale Funktionen von Eisensulfat

1. Korrektur von Eisenmangelchlorosen

Eisen ist für die Chlorophyllsynthese unverzichtbar. Bei Eisenmangel kann Chlorophyll nicht ausreichend gebildet werden, was zu gelben jungen Blättern mit grünen Adern führt. Eisensulfat liefert gut verfügbares zweiwertiges Eisen (Fe²⁺), lindert Chlorosen rasch und stellt die sattgrüne Blattfarbe wieder her. Besonders deutlich ist dieser Effekt bei eisenempfindlichen Pflanzen wie Azaleen, Gardenien, Rosen und Zitruspflanzen.


2. Regulierung des Boden-pH-Werts

In Wasser gelöst zeigt Eisensulfat eine schwach saure Reaktion und senkt effektiv den pH-Wert alkalischer Böden. Dadurch wird gebundenes Eisen freigesetzt und in eine pflanzenverfügbare Form überführt. Dies ist besonders vorteilhaft für kalkreiche Böden oder Böden, die durch langjährige Anwendung alkalischer Dünger alkalisiert wurden, und schafft einen optimalen pH-Bereich von etwa 5,5–6,5 für säureliebende Pflanzen.


3. Förderung der Photosynthese und des Pflanzenwachstums

Eine ausreichende Eisenversorgung gewährleistet eine normale Chlorophyllbildung, steigert die Photosyntheseleistung und ermöglicht den Pflanzen eine bessere Nährstoffakkumulation. Dies fördert kräftiges vegetatives Wachstum und eine reiche Blütenbildung. Bei langfristig sachgemäßer Anwendung können auch schwacher Wuchs sowie kleine, dünne Blätter verbessert werden.


4. Unterstützende Wirkung gegen Krankheiten und Moos

Das schwach saure Milieu von Eisensulfatlösungen kann das Wachstum bestimmter Moose, Flechten und Krankheitserreger hemmen, die alkalische Bedingungen bevorzugen, und so indirekt zur Pflanzengesundheit beitragen. Bereits bestehende Krankheiten erfordern jedoch weiterhin den Einsatz geeigneter Fungizide.


Anwendungsformen und Vorsichtsmaßnahmen

1. Frisch ansetzen, um Oxidation zu vermeiden

Nach dem Auflösen wird zweiwertiges Eisen (Fe²⁺) leicht durch den Sauerstoff der Luft zu dreiwertigem Eisen (Fe³⁺) oxidiert, das von Pflanzen nur schlecht aufgenommen wird. Daher sollten Lösungen stets frisch angesetzt und sofort verwendet werden. Eine Lagerung vorbereiteter Lösungen ist zu vermeiden.


2. Dosierung und Anwendungshäufigkeit strikt einhalten

Eine Überdosierung kann zu Eisenvergiftungen führen, die sich in schwarz verfärbten, faulenden Wurzeln und braunen Blattflecken äußern, und zudem die Aufnahme von Calcium und Magnesium beeinträchtigen. Bei Beimischung in die Topferde sind etwa 5–7 g pro Topf ausreichend. Für Blattdüngung oder Gießanwendung sollte die Konzentration 0,2 %–0,5 % betragen. In der Regel genügt eine Anwendung pro Monat; in der Hauptwachstumsphase maximal zweimal monatlich.


3. Geeignetes Wasser zur Verdünnung verwenden

Eisensulfat oxidiert und fällt in alkalischem Wasser leicht aus. Bevorzugt sollten Regenwasser, Schmelzwasser oder abgekochtes und abgekühltes Wasser verwendet werden. Muss Leitungswasser genutzt werden, sollte dieses zuvor leicht angesäuert werden, z. B. durch Zugabe von 1–2 g Monokaliumphosphat pro 10 l Wasser oder einigen Tropfen 3 %igem Essig.


4. Kombination mit Kaliumdüngern zur Wirkungssteigerung

In alkalischen Böden kann Eisensulfat mit geeigneten Kaliumdüngern (z. B. Kaliumsulfat) kombiniert werden. Kalium fördert den Transport und die Verwertung von Eisen in der Pflanze. Holzasche sollte jedoch nicht gleichzeitig verwendet werden, da ihre starke Alkalität die Säurewirkung neutralisiert und die Eisenverfügbarkeit reduziert.


5. Lichtschutz bei Hydrokulturen

Bei der Anwendung in Hydrokulturen ist direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, da Licht die Oxidation und Ausfällung von Eisen beschleunigt. Die Gefäße sollten mit dunklem Material umwickelt oder an einen schattigen Ort gestellt werden.


6. Kombination mit gut verrotteten organischen Düngern

Die gemeinsame Anwendung mit Lösungen aus gut verrotteten organischen Düngern (z. B. fermentierte Pflanzen- oder Mistextrakte) erhöht die Wirksamkeit. Huminstoffe können Eisen chelatieren, Oxidation verhindern, die Löslichkeit und Aufnahme verbessern und zugleich weitere Nährstoffe bereitstellen.


7. Nicht gleichzeitig mit Ammoniumstickstoff und antagonistischen Elementen anwenden

Ammoniumhaltige Stickstoffdünger (z. B. Ammoniumsulfat, Ammoniumhydrogencarbonat, Harnstoff) können Eisen-Organik-Komplexe zerstören und die Oxidation von Fe²⁺ zu Fe³⁺ beschleunigen. Elemente wie Calcium, Magnesium, Mangan und Kupfer wirken antagonistisch zur Eisenaufnahme. Daher sollten diese Dünger nicht gleichzeitig ausgebracht werden; ein Abstand von 10–15 Tagen wird empfohlen.


8. Gieß- oder Blattapplikation situationsgerecht wählen

Ist der Boden alkalisch, ohne dass Chlorosesymptome auftreten, empfiehlt sich eine Gießanwendung zur pH-Regulierung. Bei bereits ausgeprägter Chlorose ist eine Kombination aus Gieß- und Blattdüngung sinnvoll. Die Blattdüngung ermöglicht eine schnellere Eisenaufnahme und raschere Besserung. Sie sollte morgens oder abends erfolgen und nicht bei starker Hitze oder intensiver Sonneneinstrahlung, um Blattverbrennungen zu vermeiden.


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